Brockis - eine Liebeserklärung

Warum Brockis toll sind! von Misael Morant

Bevor ich losbrabble, hier meine Top 3 Funde in den Brockis:

  • Brockenhaus Luzern: Karton mit 10 originalverpackten Super Nintendo Spielen + funtkionierende Konsole!
  • Second Street (Japan): North Face Rucksack (Base Camp Fuse Box)!
  • Emmaus Dübendorf: Funktionierende Nintendo 64 (Farbe: Grape Purple) mit zwei Controllern!

Als Kind besuchte ich relativ oft Brockenhäuser - ich kann mich noch an "Onkel Tom's Brockenhütte" in Wettingen erinnern. Damals war es noch beim Coop Bau & Hobby (wo jetzt der Tägipark ist), es war eher düster, verstaubt und schmuddlig im Laden. Trotzdem haben meine Eltern Sachen gefunden, welche gut erhalten waren.

Als Teenie hat es mich dann nicht wirklich interessiert, es ist fast schon in Vergessenheit geraten. Ab und zu besuchte ich die Läden in der Region. An einen Fund kann ich mich aber noch gut erinnern: Im 2006 habe ich im Onkel Tom's ein Adidas-Jäggli (schätzungsweise aus den 90er) für 5 Stutz gefunden. Dieses Jäggli habe ich sehr gern getragen - leider ist es verschollen... Auf jeden Fall kam dann meine (bis jetzt noch anhaltende) Brocki-Phase im 2011. Als ich an der Uni Zürich Biologie studierte, habe ich die dortige Umgebung nach Second Hand Läden abgeklappert - aus einem guten Grund: Das Studium gefiel mir nicht, ich schwänzte die Vorlesungen und ich musste irgendwie die Zeit totschlagen, um dann wieder nach Hause zurückzukehren. Da kamen diese Ausflüge in die Brockis gut gelegen. Mit meinem tollen Zonenabo klapperte ich die Läden in und um Zürich ab. Ich fand viele schöne Sachen, sodass ich mich fragte, was es in den anderen Regionen für Schätze gab.

Meine Kollegin und ich planten eine Brockitour in Bern zu machen. Wir schnappten uns ein Auto und fuhren durch den schönen Oberaargau nach Huttwil (cooles Brocki), dann weiter nach Bern (noch viel coolere Brockis) und schlussendlich noch nach Biel (wo wir in eine Fussgängerzone gefahren sind - hoppla). Diese Tour hat sehr viel Spass gemacht (auch wenn Autofahren stressig ist), sodass wir schon bald eine zweite Tour fuhren (Zürich / Thurgau).

Als ich dann ein GA besass, kamen weiter entfernte Orte hinzu. Dank den Brockenstuben lernte ich die Schweiz kennen. Graubünden, St. Gallen, Luzern, Schaffhausen... alles Orte mit tollen Brockis. Ich bin regelmässig an Samstagen um 6.30 Uhr auf den Zug (an einem Samstag! Um 6.30!!!) gegangen, um pünktlich in Chur zu sein wenn das erste Brocki seine Türen aufmacht. Dann ging es weiter nach Sargans, Altstätten SG, St. Gallen und wenn die Zeit noch reichte nach Winterthur. So ein GA ist halt schon sehr praktisch. Diese Touren konnten auch prima mit Flohmis kombiniert werden.

Um auf meine (nicht-) Frage zu kommen - Warum Brockenhäuser toll sind - hier eine Auflistung:

  • Gegenstände erhalten ein zweites Leben.
  • Die meisten Brockis haben ein karitatives Ziel (Reintegration Arbeitswelt / Spenden sammeln...).
  • Einkaufen mit einem guten Gefühl.

Fast mein ganzes Schulzimmerinventar stammt aus Brockis - Bücher, Spiele, auch Lehrmittel habe ich gefunden. Zu Hause ist auch vieles Second Hand.

Wie sieht es bei dir aus?

Noch ein kurzer Hinweis: Ich gebe jedem Brocki drei Chancen - wenn es mich bis dann nicht überzeugt, kann ich es getrost für weitere Touren auslassen (irgendeinmal besuche ich es wieder und falls das Sortiment passt, kommt es wieder in den Tourplan ^^).

Ps: Charity Shops in Grossbritannien finde ich mega läss - viele Organisationen verfügen über kleine Second Hand Läden. Das Geld fliesst z.B. in die Krebsforschung (Cancer Research), Kreislauferkrankungen (British Heart Foundation) oder in lokale Projekte. Wie gern ich doch ein WWF- oder Solarspar-Brocki in der Schweiz hätte :D